Verkehrsmittel unter der Schadstoff-Lupe

Der Bus - das ökologischste Verkehrsmittel

Niedrigster Energieverbrauch und Schadstoffausstoß des Busses

Busse bleiben für die Personenbeförderung unverzichtbar. Sie sind das sicherste Verkehrsmittel und dazu kostensparend und flexibel. Und sie schneiden in der Umweltbilanz ausgezeichnet ab. Denn Bus fahren heißt Kraftstoff sparen.
Der Flottenverbrauch eines Reisebusses bei einer realistischen Auslastung von 60 Prozent liegt bei nur 1.4 Liter Diesel pro 100 Kilometer und Fahrgast – bei voller Auslastung sogar nur bei 0.9 Liter. Wo beim Bus somit ein Liter Treibstoff reicht, benötigt die Bahn für die gleiche Beförderungsleistung das Äquivalent von 2.5 l, Pkw und Flugzeug von sechs Litern.
Unter ökologischen Gesichtspunkten muss der Reisebus das Verkehrsmittel der ersten Wahl sein. Der von Bussen verursachte Schadstoffausstoß in den Städten ist vernachlässigbar gering.
Reisebus: Der Reisebus hat mit 1,4 Litern Diesel und 3,1 Kilo CO2 je Person mit Abstand den geringsten Spritverbrauch und Abgasausstoß und ist somit erwiesenermaßen das ökologischste Verkehrsmittel.
Flugzeug: Laut Informationen des Umweltbundesamtes verbraucht der Flugverkehr bei einer Flugstrecke von 100 km und einer durchschnittlichen Passagierbesetzung von 73% 5,6 Liter Diesel (alle Werte in Diesel umgerechnet zur besseren Vergleichbarkeit) und belastet die Atmosphäre mit einem Koh­lendioxid-Ausstoß von 35,6 Kilo je Person.
PKW: Bei einem PKW mit Katalysator sind es 6,0 Liter Diesel und 13,8 Kilo CO2. Damit verbraucht ein Pkw auf 100 km pro Person die vierfache Dieselmenge eines Busses und stößt dabei die vierfache Schadstoffmenge aus.
Bahn: Bei der Fahrt mit der Fernbahn beträgt der Dieselverbrauch hingegen nur 2,5 Liter und der Schadstoff-Ausstoß 4,6 Kilo. Selbst die Bahn verbraucht 80 Prozent mehr Energie und produziert 50 Prozent mehr Kohlendioxid als der Reisebus.

Busse wirbeln kaum Staub auf

Ein erheblicher Anteil der Feinstaubbelastung in Innenstädten hat natürliche Ursachen, wie Pollenflug, angewehte Bodenerosionen oder weit entfernte Seesalzverwehungen. Vom Menschen erzeugte Feinstäube gehen auf Industrieanlagen, Kraftwerke und die Landwirtschaft zurück. Vom Verkehrsanteil stammt der größte Teil aus Aufwirbelungen und dem Abrieb von Autoreifen.
Nach Messungen des Umweltbundesamtes trägt der Fahrzeugverkehr in Deutschland zu 27 Prozent zur Feinstaubbelastung bei. Auf das Konto des Busses gehen hiervon jedoch lediglich drei Prozent! Die übrigen 97 Prozent stammen von PKWs und LKWs. Der Omnibus ist damit weder bundesweit eine nennenswerte Ursache des Feinstaubproblems, noch werden Fahrverbote zu einer spürbaren Reduzierung von Feinstaub in den Innenstädten beitragen. Im Gegenteil: je mehr Menschen den Bus nutzen, desto besser für die Umwelt.
Wer somit im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und auf Reisen den Omnibus nutzt, tut bereits etwas für die Umwelt.

Freie Fahrt für Busse in Umweltzonen

Das umweltverträglichste Verkehrsmittel wird durch die bestehenden Umweltzonen derzeit massiv benachteiligt. In Deutschland bestehen mittlerweile rund 40 Umweltzonen, die seit Jahresbeginn 2008 eingerichtet wurden und die Einfahrt der Busse reglementieren. Nur Bremen, Hannover und Berlin haben kurzfristige Ausnahmeregelungen für Busse geschaffen. In diese Umweltzonen dürfen somit nur noch Reisebusse einfahren, die mindestens den EURO II-Standard erfüllen. Bislang ist vorgesehen, die Einfahrtbestimmungen noch einmal zu verschärfen und nur noch Reisebussen mit EURO III- oder EURO IV-Standard Einfahrt zu gewähren. Da derzeit nur 23 % der Busse eine grüne Plakette erhalten, sind dann 77 % des deutschen Busbestandes betroffen.
Die Mehrheit der deutschen Busunternehmer fährt derzeit mit EURO III-Bussen. Dies ist wenig verwunderlich, da diese Busse bis 2006 nach neustem Stand der Technik produziert und ausgeliefert wurden und einen Anschaffungspreis von rund 300.000 Euro haben.

Niedrigstes Alter der deutschen Reisebusflotte

Im europaweiten Vergleich ist die deutsche Reisebusflotte sehr jung. Eine von der Europäischen Kommission veröffentlichte Studie kam zu dem Ergebnis, dass deutsche Reisebusse mit einem Durchschnittsalter von nur 6,3 Jahren am jüngsten und in Polen mit 17 Jahren am ältesten sind. Weitere in die Studie einbezogene Länder waren Österreich (6,5 Jahre), Italien (10 Jahre), Griechenland (>10 Jahre), Finnland (11,9 Jahre), Portugal (12 Jahre) und Rumänien (5-10 Jahre).